Vorwort

Als Patentarbeit habe ich das Thema Leukämie gewählt, da ich mit dreizehn Jahren selbst daran erkrankt war. Ein weiterer Grund dafür oder der für mich wichtigere Beweggrund, um diese Arbeit zu schreiben ist die Hoffnung auf die Verarbeitung des Verlusts meines kleineren Bruders Yves, welcher an einer ALL high risk, oder verständlich ausgedrückt, an einer Leukämieform im fortgeschrittenen Stadium gestorben war. Mein Bruder erkrankte mit drei Jahren an dieser Krankheit. In einer Studie habe ich gelesen, dass in diesem Alter die meisten Kinder an Leukämie erkranken. Ich geriet also schon mit sieben Jahren in Kontakt mit dieser tödlichen Krankheit. Ich wurde dank der Therapie und den günstigen Voraussetzungen wieder gesund, doch mein Bruder starb nach einem vier Jahre lang andauernden Kampf. Auch musste ich es verkraften, mitzuerleben wie viele Kinder, welche ich während meines Spitalaufenthalts kennen und mögen gelernt habe, für immer zu verlieren. Niemand wird, nachdem er diese Arbeit gelesen hat, meinen Schmerz nachvollziehen können, aber ich hoffe, dass ich viele Menschen dazu anregen kann, einmal über ihr Leben nachzudenken, und wenn sie oder die Familienmitglieder noch nie ernsthaft krank waren, glücklich und zufrieden darüber zu sein. Schön wäre natürlich auch, dass die Leute wieder einmal an eine Krebsliga oder eine ähnliche Institution spenden oder sich zumindest mehr damit befassen würden, denn es kann jeden treffen!

Bei dieser Arbeit hat mich mein Arzt, Herr Dr. A. Feldges vom Kinderspital St. Gallen tatkräftig unterstützt. Dafür möchte ich Ihm an dieser Stelle recht herzlich danken. Die beiden Bücher "LEUKÄMIE Was ist das?" und "Leben mit Leukämie" haben mir im Bereich des medizinischen Teils gute Dienste geleistet. Weitere Unterstützung habe ich von meinem Biologie- und Chemielehrer Herrn D. Bäni erhalten. Auch ihm danke ich herzlich für seine Mitwirkung.

Diese Arbeit widme ich allen betroffenen Kindern und Eltern und hoffe, Ihnen mit meinem Beitrag eine kleine Unterstützung zu bieten.

Stettfurt, im April 2001 Nina Wiesmann


Aufbau

Die Arbeit zeigt meine Krankheitsgeschichte, von der Erkennung bis zur Genesung. Dabei wurde sie in einen kurzen Überblick, einen medizinischen Teil und einen persönlichen Erfahrungsbericht unterteilt.

Der Kurzüberblick zeigt den chronologischen Ablauf meiner Krankheit.

Ziel war es, den theoretischen Teil ausführlich aber nicht unverständlich zu gestalten. Ich wollte keine Doktorarbeit an die Leserschaft abgeben.

Das Zielpublikum sind jugendliche Betroffene und Angehörige, da ich während dieser Jugendphase meine Krankheit durchlebte und mir somit über die verschiedenen Konfrontationen und Probleme bewusst bin. Im persönlichen Teil kommen die verschiedenen Nebenwirkungen, Freuden und Leiden zum Ausdruck.

Je nachdem, ob ich einen Verlag finde, würde ich die Arbeit auch gerne drucken und verlegen lassen. Die Arbeit werde ich im Kinderspital St. Gallen präsentieren, voraussichtlich auf dem B-West (Abteilung für die Behandlung krebskranker Kinder). An dieser Präsentation sind auch diejenigen Freunde eingeladen, welche damals ebenfalls krank waren. Ausserdem lade ich meine Familie, meine Schulfreunde, Lehrer und natürlich meine Nachhilfelehrerin während des zweiten Therapieblocks dazu ein.