Zusammensetzung des Blutes

Das Blut kann grob in Blutplasma und Blutzellen unterteilt werden. Das Blutplasma besteht aus dem Blutserum und verschiedenen Proteinen.

Das Blutserum ist eine wässerige Flüssigkeit, in welcher wichtige Nährstoffe, wie Zucker, Abwehrstoffe, Sauerstoff, Kohlendioxid, Abfallstoffe und Hormone transportiert werden.

Die für uns interessanten Blutzellen sind:

* die roten Blutkörperchen, in der Fachsprache Erythrozyten genannt,
* die weissen Blutzellen, die Leukozyten und
* die Blutplättchen, die Thrombozyten.

Erythrozyten

Die roten Blutkörperchen haben die Form eines Suppentellers und erscheinen uns rot aufgrund des Farbstoffs Hämoglobin. Dank dieses Hämoglobins ist es den roten Blutkörperchen auch möglich, den für uns lebenswichtigen Sauerstoff zu binden und durch unsere Blutgefässe in unserem Körper herum zu transportieren. Die Erythrozyten versorgen somit unseren Körper mit Sauerstoff.

Das Hämoglobin ist andererseits eine wichtige Messgrösse, welche Auskunft gibt, ob bei einem Patienten eine Anämie (Blutarmut) oder eine Polyglobulie (zu viele Blutzellen) vorliegt.

Deshalb wird bei einer Analyse des Blutes, der Hämoglobingehalt neben der Anzahl der roten Blutkörperchen gemessen.

Ist ein Mensch nun an Leukämie erkrankt, sind in seinem Körper zu wenig Erythrozyten aktiv, das heisst, dass zu wenig Erythrozyten den Sauerstoff im Körper verteilen können. Fehlt nun ein Teil des Sauerstoffs in unseren Organen, arbeiten diese auch nur noch auf einer kleinen Stufe, wodurch wir müde und schwach werden.

Wird bei einem Patienten ein Blutbild gemacht, betrachtet man die Menge der Erythrozyten, die des Hämoglobins, die Thrombozyten und die Leukozyten, wovon man die Granulozyten, die Monozyten und die Lymphozyten einzeln betrachtet.

In unserem Körper sind etwa 4 - 6 Mio. von roten Blutkörperchen aktiv.

Bei Unfällen, Operationen und während einer Chemotherapie einer Krebserkrankung kann der Fall eintreten, dass der Patient zu wenig Blut hat, z.B. durch die Zerstörung der Blutzellen bei der Chemotherapie und somit eine Transfusion benötigt. Nun kann man nicht jeden Patienten irgendwelches Blut geben, da sich das Blut, welches nicht zusammenpasst, verklumpt und zu Verstopfungen der Venen und Arterien führen könnte. Deshalb ist es wichtig, die Blutgruppe des Patienten zuerst zu bestimmen und ihm dann das Blut vorteilhafter mit der gleichen Blutgruppe verabreicht. Die Blutgruppenmerkmale sind an den Membranen der Erythrozyten definiert.

 

Thrombozyten

Die Thrombozyten, auch Blutplättchen genannt, sind für die Heilung der Wunden verantwortlich. Bei einer Schnittwunde z.B. gelangen sie zu der Wunde und bilden ein Gerinnsel mit Eiweissen, den Gerinnungsfaktoren. Diesen Vorgang nennt man Blutgerinnung.

Wenn unser Körper nun zu wenig Thrombozyten hat, bluten die Wunden länger oder es bilden sich schneller blaue Flecken oder sogar Blutergüsse, wenn man sich irgendwo gestossen hat.

Bei einer Leukämieerkrankung sind neben zu wenig Erythrozyten und Leukozyten auch zu wenig Thrombozyten in unserem Körper, was für uns sehr gefährlich werden kann.

 

Leukozyten

Die Leukozyten sind verantwortlich für die Abwehr von Krankheitserregern in unserem Körper. Wie auf der Abbildung "Schema zur Entwicklung der Blutzellen" gezeigt wird, gibt es verschiedene Sorten von Leukozyten, nämlich die Granulozyten, die Monozyten und die Lymphozyten.

 

Granulozyten

Dringen von aussen Krankheitskeime in unseren Körper ein, werden die Granulozyten in ihrer Zentrale alarmiert und begeben sich sofort zu diesen Keimen. Die Granulozyten fressen dann diese Krankheitskeime auf, worauf sie mit den gefressenen Keimen zugrunde gehen. Die Aufgabe der Granulozyten besteht also darin, die Entzündungen und Infektionen zu heilen. Sie stellen die erste Abwehrbarriere dar.

 

Lymphozyten

Die Lymphozyten sind ebenfalls für den Aufbau des zweiten Abwehrsystems verantwortlich. Sie haben eine Art Gedächtnis, damit sie sich an Krankheitserreger, die immer wieder einmal auftauchen, erinnern können und diese wirkungsvoller bekämpfen können.

Die Lymphozyten bilden Antikörper, bzw. ein Schutzstoff gegen Eindringlinge. Diese Antikörper hängen sie den Krankheitskeimen (Bakterien und Viren) an, worauf die Granulozyten ihre Feinde noch schneller und leichter erkennen und somit effektiver gegen die Eindringlinge kämpfen können.

Die Lymphozyten bauen ebenfalls die Lymphknoten auf. Bei einer Leukämieerkrankung sind die, normalerweise sehr kleine Lymphknoten, stark angeschwollen und schmerzen. Solche Lymphknoten befinden sich z.B. unter den Achseln, am Nacken, bei der Leiste und an noch vielen weiteren Stellen. Wie das Blut ein eigenes System aus Blutbahnen (Venen und Adern) besitzt, sind auch die Lymphknoten durch spezielle Lymphwege miteinander verbunden.

 

Proteine

Wie vorher aufgezeigt besteht das Blut aus mehreren Bestandteilen. Die Aufgabe der Proteine kann aber erst erklärt werden, wenn man die verschiedenen Blutzellen kennt.

Die Proteine setzen sich aus Gerinnungseiweissen, mit welchen die Thrombozyten die Wunden verschliessen, aus Immun- und anderen Globulinen, welche mit den Leukozyten als Abwehr gegen Krankheitserreger wirken und aus vielen weiteren Eiweissen zusammen.

 

Das lymphatische System

Das lymphatische System lässt sich in zwei Gruppen unterteilen, nämlich in die primären und sekundären lymphatischen Organe.

Die primären Organe sind das Knochenmark und der Thymus. Im Knochenmark entstehen die verschiedenen Blutkörperchen. Der Thymus ist ein kleines Organ hinter dem Brustbein. Unter Einfluss von Thymushormonen reifen im Thymus die aus dem Knochenmark eingewanderten Lymphozyten zu Helfer- oder Killer-Lymphozyten heran.

Unter sekundären lymphatischen Organen versteht man die Lymphknoten, die Milz, das lymphatische Gewebe der Schleimhaut des Magen-Darmtrakts und der lymphatische Rachenring. In diesen sekundären lymphatischen Organen findet die Immunantwort, bzw. die Abwehr gegen bekannte Krankheitserreger statt.